Dienstag, 5. Juli 2011

Lachsfieber

In seiner norwegischen Heimat nennt man ihn den „Großen Wolf". John Fredriksen gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Als Reeder gehört ihm nicht nur das weltgrößte Tankerimperium „Frontline", mit seiner „Marine Harvest" ist er der größte Player im Geschäft mit industriell produziertem Fisch.

Seine Firma produziert pro Jahr über 100 Millionen Zuchtlachse in Chile und Norwegen -- für die ganze Welt. Ein Geschäft mit schwindelerregenden Wachstumsraten. Die WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann hefteten sich über ein Jahr lang an die Fersen des Großinvestors. Ihre brisanten Recherchen über den weltweit operierenden Nahrungsmittelgiganten wurden zu einem packenden Öko-Thriller.




Film von Wilfried Huismann und Arno Schumann


Wenig überraschend: "Der WWF - hat sich von Marine-Harvest dem weltgrößten Lachsproduzenten kaufen lassen und ist somit an der nachhaltigen Umweltkatastrophe in Chile mitschuldig.
Ein guter Grund dem WWF in Zukunft die Unterstüzung zu verweigern."
Ihre brisanten Recherchen fassten sie in dieser Dokumentation zusammen. Chile ist ein Paradies für Investoren. Was in Europa durch die Umweltgesetzgebung verboten ist, können Unternehmer wie Fredriksen am anderen Ende der Welt ungestraft tun. In Chile liegen die Lachsfarmen dicht beieinander, in den 40 Meter tiefen Käfigen tummeln sich doppelt so viele Lachse wie in Europa.

Um Seuchen zu verhindern, werden hunderte Tonnen Antibiotika ins Futter gemischt. Chemikalien und Farbstoffe an den Käfigen und im Wasser führen dazu, dass die Lachse nach 18 Monaten Mast ein chemisch und biologisch belastetes Produkt sind. Wenn die Fjorde vom Abfall der Industrie verseucht sind, hinterlassen Konzerne wie Marine Harvest einen ökologischen Friedhof und ziehen weiter gen Süden in die noch intakte Welt Patagoniens. Ein ökologischer Albtraum ist das.

Um das Image der Massentierhaltung im Meer zu verbessern, geht Fredriksen im April 2008 eine Partnerschaft mit der größten Umweltorganisation der Welt, dem WWF ein. Für eine Spende von 100 000 Euro im Jahr darf Marine Harvest mit dem Panda-Bärchen des WWF für seine industriell erzeugten Mastlachse werben. Chilenische Fischer werfen dem WWF vor, er habe sich an John Fredriksen verkauft. Verbindliche Verbesserungen sind in diesem Abkommen nicht festgelegt. Am Lachs-Desaster in Chile hat sich nichts geändert. Wird John Fredriksen einfach so weitermachen?

Den Autoren gelingt es, den menschenscheuen Großinvestor in der Einsamkeit der norwegischen Berge zu stellen - beim Lachsangeln.

Beschreibung übbernommen von go-fair-fishing

Weitere Infos:
infokrieg.tv Interview mit Edgar Gärtner in Bezug auf den WWF
Profit um jeden Preis - Die BP Story

Phoenix Sendehinweis

Keine Kommentare: