Montag, 27. Juni 2011

Der Mainstream und die Bilderberger

In diesem Jahr überraschte die Berichterstattung zur alljährlichen Bilderbergkonferenz schon etwas. Zumindest die statistische Häufung von Artikeln in den Mainstreammedien, welche die Bilderbergkonferenz in Sankt Moritz vom 9. - 12. Juni erwähnten, stieg rapide an.


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Vorne an möchte ich die Redaktion der Sendung Kulturzeit, ausgestrahlt in 3sat, für ihre mutige Berichterstattung loben. Sie stachen für mich im Vergleich zur restlichen Mainstreamberichterstattung besonders hervor!

Wer sich, für so viel Mut gegen den Strom zu schwimmen, bei der Redaktion bedanken will -> Die Kulturzeit-Redaktion




Streng geheim
Der Mythos Bilderberg-Konferenz  
Der letze Absatz:
"Es gibt fast keine Bilder der Bilderberg-Konferenzen, nur wenige Nachrichten dringen nach draußen. Doch im Internetzeitalter muss sich auch die Elite der Öffentlichkeit stellen. Aktivisten ist es 2011 gelungen, die Teilnehmer in St. Moritz trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen zu filmen. Es heißt, Eurokrise und arabische Revolution haben in St. Moritz auf der Tagesordnung gestanden. Was genau besprochen wurde, wird die Welt nie erfahren. Die Konsequenzen aber wird sie womöglich zu spüren bekommen."
In dem Beitrag wurde viel Material der Aktivisten vor Ort genutzt, wie unter anderem von wearechange.austria 

Bilderbergtreffen 2011 - Peer Steinbrück für 2013? - Kulturzeit

Videoquelle: Youtube Nutzer

Videobeschreibung:
Juni 2011. Sankt Moritz, Schweiz. Kulturzeit berichtete über den Ort, an dem sich die Industrie, Besitzadel, Banken, Militär, ausgewählte, verschwiegene Presse und Politiker beschnuppern werden, wie in vielen Jahren zuvor und die "Demokratielenker" der Zukunft vorgestellt werden. Sehr wahrscheinlich werden die Gespräche während dieses Treffens auf die politische Agenda Peer Steinbrücks, als zu vermutender deutschler Kanzler ab Herbst 2013, Einfluss haben. Auch SPD-Berufspolitiker haben sich von den einst sozial fairen Visionen völlig getrennt. Volksparteien sind zu politischen Bündnispartnern im transatlantischen Wirtschaftsideologie- und Militärbündnis geworden.
Die Bürger Europas sind, wie in Amerika, aufgrund der entsprechend organisierten Bildungs-, Rechts- und Wirtschaftsmechanismen zur manipulierbaren Verfügungsmasse geworden.
Welche Wahlrechtsstrategien (Neukonstruktion des verfassungswidrigen Wahlrechts mit Parlamentsstimmenvorteil) werden bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 zur politischen Ohnmacht der Bevölkerung führen? Es gibt keinen grünen Kanzlerkandidaten, daher bleiben die Mechanismen im deutschen System so, wie sie sich derzeit darstellen. Es bleibt bei sozialer Undurchlässigkeit durch selektierende und vernachlässigte Bildungsstrukturen, sowie die Aufrechterhaltung der Rechtsunsicherheit für die Bürger in vielen Bereichen zugunsten der Wirtschaft (Vertragsfreiheiten führen zu juristischen Zwängen für die Bürger).


Ein lesenswerter Artikel über die verschwiegene Rolle von Journalisten bei den Bilderberg-Treffen (pdf) aus der Journalismus-Zeitschrift Message 3/2007, inklusive eines Interviews mit Theo Sommer von der Zeit, früher im Bilderberg-Lenkungsausschuss (mit freundlicher Genehmigung von Message).
http://www.lobbycontrol.de/download/Message_Bilderberg.pdf
Lobbycontrol berichtete in 2009:
http://u.nu/63cs6 (Kurz-Url)


Informationen - sehr engagiert aber vielleicht im falschen Stil gegen die "Pressefreiheit" in Deutschland:
http://www.youtube.com/watch?v=ieyVSKySfwk
Bilderbergtreffen 2011 - Polizei Absperrung (Polizei kein Militär in diesem Jahr):
http://www.youtube.com/watch?v=Kw6ot8yPrK4



Werfen wir doch mal einen weiteren Blick in die Qualität der Berichterstattung unserer Mainstream Medien:

11. Juni 2011, 21:05, NZZ Online
Protest gegen Bilderberg-Konferenz mit wenig Resonanz

-Aktivisten werden beiläufig erwähnt
-Warum allerdings mehrere hunderte Menschen, während den Feiertagen in ein beschauliches Örtchen wie St. Moritz fahren, worin ihre Motivationen liegen? Fehlanzeige...
-Die Story mit dem EU-Parlamentarier Mario Borghezio wird natürlich ausgeschlachtet

-Immerhin eine offizielle Info, Bundesrätin Doris Leuthard nahm am Freitagabend auf Einladung der Organisatoren an der Bilderberg-Konferenz teil

Oberflächliches Geplänkel, Herausgreifen einiger Aktuellen Details eher unerheblicher Persönlichkeiten in Anbetracht der Gästeliste der Bilderbergkonferenz
Meine Bewertung: 6

Die Welt 16.06.2011
Bilderberg-Konferenz – Die geheimste Tagung der Welt -   - Verschworene Elite - Autor: Reto Vasella| 

Nun ich würde sagen die Welt fährt einen Kurs aus, ich gebe ein paar Infos Preis, sodass dem Leser eine journalistische Qualität suggeriert wird. Interessant ist auch die für die Mainstreammedien bekannte autoritäre Haltung, wenn du glaubst die Bilderberger hätten irgendwas mit einer Weltregierung zu tun, machst du Dich doch komplett lächerlich. Natürlich gibt es in den Bereichen der Macht Absprachen und auch Korruption und Geheimnisse, aber das gab es doch schon immer, wir wollen die Kirche doch mal im Dorf lassen.

Immerhin ein paar Infos bleiben, aber die billige Rhetorik hat einen faden Nachgeschmack.
Meine Bewertung: 5-


Der Standard 10. Juni 2011, 11:01 (Österreichisches Blatt)
Bundeskanzler Faymann bei Bilderberg-Treffen in St. Moritz

Der Artikel beginnt recht sachlich und suggeriert dem Leser eine Transparenz, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist! Spätestens hier offenbart sich, warum man dem Leser zuvor zärtlich umgarnt, letztendlich zielt es darauf ab, trotz aller Kritik gegenüber den Bilderbergern, nicht in die naive Leichtgläubigkeit einer Weltverschwörung zu verfallen!
Dies hat im Laufe der Jahrzehnte Verschwörungstheorien genährt, wonach die "Bilderberger" eine Art "globale Herrschaft" anstrebten und eine neue Weltordnung schaffen wollten. Der Club begründet diese Verschwiegenheit damit, dass diese den Teilnehmern erlaubt, "offen und frei" über ihre Gedanken zu sprechen.
Warum geben uns diese Medien denn nicht mal die Fakten, welche eben genau solche Pläne massivst offenbaren und man müsste schon ein enormer Naivling sein, um zu glauben, dass diese Gruppe nicht in den letzten Jahrzehnten die Globalisierung sowie Zentralisierung von Macht, Politik und Wirtschaft enorm voran getrieben hat!

Für so viel Dreistigkeit kriegt auch der Standard seine Quittung!
Meine Bewertung: 6

Handelszeitung 11.06.2011 | 22:27
Bilderberg-Vorfall: Italien verlangt Prüfung

- Sehr Ähnlich zum NZZ-Artikel
  

Noows Nachrichten 10. Juni 2011, 12:06 Uhr
Weltelite trifft sich auf geheimen Bilderberg Treffen in der Schweiz -

Dieser Artikel sticht aus dem bisherigen Artikeln hervor! Es werden einige Namen und Hintergründe angedeutet und auch wenn man am Ende des Artikels auch versucht wieder etwas zurück zu rudern,
"Was tatsächlich bei den Treffen besprochen wird und worum es geht, welchen Einfluss die Gruppierung hat, darüber kann man aufgrund von fehlenden Informationen nur spekulieren."
reichen die zuvor genannten Fakten aus, um durch weitere Recherchen schnell an tiefgründigere Infos über die Bilderberger und ihre Vorhaben zu gelangen.
Meine Bewertung: 2- (Mut gegen den Strom zu schwimmen soll auch belohnt werden)

59. Bilderberg-Konferenz 2011 mit "Transparenz" - berliner Umschau
Authentischer Bericht mit Benennung einiger Namen, Fakten und aktuellen Ereignissen in einem kleinem Berliner Blatt - Bravo!
Meine Bewertung: 2

Im letzten Jahr gab es in der Onlineausgabe von bild.de einen Bericht über die Bilderberg-Konferenz in Spanien.
Bild.de 05.06.2010 — 15:29 Uhr

Der Artikel birgt auch keine wirklich neuen Infos, ähnlich wie die Mainstreamberichterstung in diesem Jahr.  Und auch hier hat es sich die Bild Zeitung nicht nehmen lassen am 11.06.2011einen billig aufgemachten Artikel in ihrer Printausgabe zu veröffentlichen.

Bilderberggipfel - Bild beim Geheimtreffen der Reichen und Mächtigen lautete die Schlagzeile
Dank an Oliver, auf seinem Blog hatte ich die Verlinkung zu dem Printartikel aus der Bild entdeckt Bilderberger 2011

Zwar tauchen durchaus interessante Namen in dem Artikel auf, aber die billige Miniaturabbildung des eigentlich prachtvollen Suvretta 5-Sterne Hauses und die gewaltigen rot-agressiven Buchstaben der Überschrift sind hier mit Sicherheit nicht zufällig platziert und geben dem Konsumenten dieses Hetzblattes zielsicher einen suggestiven Stempel für die Zukunft mit.

Diese billige Aufmachung wird ebenfalls abgestraft, aber was soll man von der Bild auch schon anderes erwarten...
Meine Bewertung: 6



Zumindest die Frankfurter Rundschau bemüht sich um eine objektive Berichterstattung, so kam es bereits schon im letzten Jahr zu einem gar nicht mal so schlechten Artikel, in dem Namen und weitere Verbindungen zumindest erwähnt bleiben.


In diesem Jahr knüpfte man daran an, zumindest die Verbindungen der Bilderberger durchblitzen zu lassen und es werden sogar zwei Internetplattformen aus der 9/11 Trutherbewegung genannt und verlinkt. Bravo FR, davon hätt ich gern mehr gesehen.


Ok das ASR seit dem letzten Jahr ja eher zur Bildzeitung der Internetmedien/Alternativen Medien verkommen ist, steht auf einem anderen Blatt...

Meine Bewerung: 2-



Schweizer Fernsehen

Viel Aufregung um wenig: Bilderberg-Gruppe verlässt St. Moritz

-Sachlicher kleiner Bericht zu den Geschehnissen vor Ort in Sankt Moritz.
Meine Bewertung: 3+

Außerdem ein 4-Minütiger TV-Beitrag im Schweizer TV
Zwischenfälle am Rande der Bilderberg-Konferenz

Die Bewertung ersparen wir uns lieber, ich sag mal eine heitere Mischung aus Spin, Verschwörungslabeln eingewoben in einer Alibiberichterstattung...



Ich denke die typische Struktur an Formulierungen und deren Initiierungen sollten inzwischen ersichtlich geworden sein.

Weitere Beiträge aus dem Mainstream:

Leuthard definitiv am Geheimtreffen - 20min online

Bernerer Zeitung

Lega-Nord-Politiker sorgt für Eklat bei den Bilderbergern
Die Ohnmacht der Bilderberg-Mächtigen
Der Mythos von der geheimen Weltregierun
Leuthard nimmt an umstrittenem Geheimtreffen teil
Der Reiz der Weltverschwörung
Polizei lobt Bilderberg-Kritiker
Eklat an der Bilderberg-Konferenz: Italien fordert Untersuchung

Bilderberg nützt St.Moritz - htr Hotelrevue 
Italien fordert Klärung von Bilderberg-Vorfall  - GMX

weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/schweiz/top/627qmde-italien-fordert-klaerung-von-bilderberg-vorfall#.A1000146

Engadiner Post
Konferenz ohne Krawalle
Ruhige Juso-Demo in St. Moritz
St. Moritz Resolution verabschiedet
Das lange Warten auf die Mächtigen


Falls ein Journalist der bei einen der einschlägigen Medienanstalten beschäftigt ist, über diesen Beitrag stolpern sollte und meint die Bewertungen seien unfair, hier folgende Botschaft für euch:
Der Journalist von Heute

"Einst war ich Jung, ich hatte einen Traum und ein Ziel vor Augen. Ich werde ein ehrgeiziger Journalist und schreibe aus tiefster Leidenschaft, fest entschlossen die Geschehnisse der Welt so zu präsentieren, wie es der Allgemeinheit, der Pressefreiheit und dem Grundgesetz Artikel 5 dienlich ist. Mir ist die Verantwortung für die Freiheit und Friedlichkeit unseres Zusammenlebens bewusst! Daher bin ich stets bestrebt investigativ zu recherchieren und so vielen Fakten wie möglich nach zu gehen, um Intrigen, Verbrechen und Korruption zumindest Einhalt bieten zu können. 

Dies sind meine Maxime, die ich stets versuche nach besten Gewissen anzustreben und ich werde niemals diese Prinzipien völlig aufgeben oder verraten, denn dies wäre auch Verrat an meine Freunde, meiner Familie und all meinen Lesern und vielen weiteren Familien, deren Freunde und vielen weiteren interessierten Lesern, die letztendlich nur auf der Suche nach einem Stück Wahrhaftigkeit waren, doch leider Tag für Tag mit des menschlichen Geistes unwürdigen Ergüssen geplagt werden, ausgesandt von von seelenlos, konditionierten, akedemisch weichgekochten, speichelleckenden, autoritätshörigen Arschkriechern wie ich es eben im Laufe der Zeit auch einer geworden bin, um sich eben seine kleine heile Welt aufbauen zu können!

Und genau hier fickt sich die Geschichte ins Knie! Denn wer den obigen Idealen folgen möchte, da er aus tiefsten Herzen weiß, dass es das einzige Richtige wäre, dem wird mit der Zeit auch klar, dass dies keine leichte Aufgabe ist, denn so ein Journalismus ist in der heutigen Konzernmedienlandschaft einfach nicht erwünscht. Also müssen sie in Konkurrenz zu jenen treten.

Die Konsequenzen daraus, bezüglich Pressefreiheit und Wahrung von Gerechtigkeit und Menschlichkeit dürften hier ersichtlich werden.
Doch wozu noch viele Worte? Lassen wir Musik sprechen.





Abschließend verweise ich auf ein paar Beiträge mit tieferen Inhalten und umfassenderen Quellen, eher keine drei Minuten Unterhaltungslektüre, aber letztendlich sehr aufschlussreich. Wagt euch hervor in die freien, bunten, elektronischen Weiten des Cyberspace und sucht selber eure eigenen Schlussfolgerungen, statt auf geschmacklose Attitüden und Wortfloskeln herein zufallen.


Weiterführende Quellen zur Thematik:

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