Montag, 9. Mai 2011

Meine Heimat, euer Krieg | My Home, Your War (Dokumentarfilm 2009)

In den Medien erleben wir in der Regel die klare Rollenverteilung von Gut und Böse. Meiner Meinung nach kann man nur ein möglichst reales Bild über einen Kriegsschauplatz erhalten, indem man unterschiedlichsten Quellen Gehör schenkt. Dazu gehören die Einheimischen vor Ort, also nicht die selektierten Bilder im Nachrichtenmagazin, ebenso, wie Medien aus unterschiedlichen Ländern oder internationale Nahostexperten, im Falle des Irak.


Fund: Videogold
Videoquelle: dokuundso2
Playlist

Videobeschreibung: Eins Festival, 12.11.2009 Meine Heimat - Euer Krieg (My Home - Your War) Dokumentarfilm von Kylie Grey, Australien, 2007 Layla Hasan (Name geändert), 40, lebt mit ihrem Ehemann Yasir und ihrem Sohn Amro im Stadtviertel Adhamiya, der Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die US- Streitkräfte in Bagdad. Layla ist eine irakische Frau aus dem Mittelstand, beeindruckend und intelligent. Sie beherrscht vier Sprachen und hat keine andere Wahl, als als Übersetzerin für Saddam Husseins Regime zu arbeiten, als dieses bei einer so genannten 'Friedenskonferenz', wenige Wochen vor Kriegsbeginn, eines ihrer letzten Propagandaspektakel inszeniert. Mit dem Eintreffen der US-Streitkräfte hofft Layla, dass die Amerikaner endlich den Weg in die Freiheit ebnen. Doch nun stellt der Krieg sie und ihre engsten familiären und privaten Beziehungen auf eine harte Zerreißprobe. In dem Film von Kylie Grey, den sie vor, während und nach der US-Invasion drehte, lernen wir Laylas schüchternen Sohn kennen, den sie verdächtigt, sich am Widerstand gegen die US-Amerikaner zu beteiligen und ihren gleichmütigen, aber arbeitswütigen Ehemann. Wir erleben, wie ihre einst radikale Schwester, die in dem Maße, wie das Chaos von Bagdad ihre Unsicherheit steigert, zunehmend konservativer und religiöser wird. Layla selbst gerät im Verlauf des Krieges immer mehr in die persönliche Isolation und träumt davon, in ein anderes Land zu fliehen. Die Bilder der turbulenten Jahre in Bagdad, die Invasion, die Plünderungen, die Gefangennahme Saddam Husseins, der Skandal um das Gefängnis Abu Ghraib und die Enthauptungen von Ausländern durch militante Islamisten sind den Fernsehzuschauern rund um den Globus vertraut. In diesem Film sehen wir diese Ereignisse aus einer gänzlich anderen Perspektive: von innen, aus der Warte einer sunnitischen Familie, die sie selbst erlebt hat. http://www.einsfestival.de/sendungen.jsp?ID=142432572  

Weitere Informationen:
Christoph Hörstel
Webster Tarpley
F. William Engdahl


Was macht die NATO eigentlich am Hindukusch? (Vortrag von Christoph Hörstel
Deadly Dust Todesstaub
Der Plan – Wie es wirklich zum Irak Krieg kam

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