Sonntag, 20. März 2011

Der Schein trügt - heut Abend auf 3sat

Ich habe auf diese Dokumentation bereits in einem Post hingewiesen. Ich kann mich entsinnen, dass die Doku viele stimmen zu Wort kommen lässt und sich viel Mühe gibt, dem Zuschauer unterhaltsam und anschaulich die Verbundenheit des Geldes mit der Gesellschaft näher zu bringen und wie wenig die Meisten darüber wissen.

Ich kann nur sagen, dass die Thematik Geld und Wirtschaft recht komplex ist. Ein paar wichtige Kerngedanken habe ich in Geld als Schuld verfasst. Insbesondere halte ich es für wichtig nicht das Geld oder den Zins per se als Böse, schlecht und Unheils Bringer zu beschuldigen. Wichtig ist hier die aktuelle Bedingungen des System zu beachten, wie Zentralbanken, fraktionales Reservesystem usw.

Momentan ist zu beobachten, dass sich auch viele NGOs und ähnliche Pro-Establishment genormte Aktivistengruppen wie die Aasgeier auf die Thematik stürzen. Aber eben schlagen diese oft Reformen wie Zinsabschaffung, mehr elektronischer Zahlungsverkehr oder ein Bedingungsloses Grundeinkommen vor (wie hoch das ist, wer das finanziert wird jedoch nirgends schlüssig erläutert...). Aber ohne die Ursachen für die momentanen Probleme, wie Geldknappheit, ungerechte Verteilung, Wirtschaftskrise oder den Werteverlust des Geldes erkannt zu haben, halte ich solche Schritte für äußerst gefährlich, da diese Reformen es weiterhin ermöglichen, dass die Kontrolle über das Geld (Geldmenge, Kreditbedingungen usw.) in wenigen Händen verbleibt und die Leuten nur rosa Sand in die Augen gestreut bekommen.

Dennoch möchte ich mehr Menschen ermutigen sich selbst mit dem Thema Geld zu befassen und diese Dokumentation ist sicher eine tolle und inspirative Erfahrung und regt hoffentlich mehr Menschen an sich einmal über den Einfluss des Geldes auf unser Leben Gedanken zu machen. Daher nochmal der Hinweis:

TV-TIPP 20.03 auf 3sat

Dokumentarfilmzeit: Sein oder Haben

Der Schein trügt

Dokumentarfilm von Claus Strigel, Deutschland 2009

Länge: 99 Minuten




Videoquelle:

Videobeschreibung: Kompletter Film (97 Min.) auf Docufilms http://www.docufilms.com/de/node/5019

Im Geld schmilzt die Welt. Ob Sex, Kartoffeln oder Waffen: Das Zaubermittel Geld, kann alles zu allem wandeln. Die folgenreichste Erfindung der Menschheit ist ebenso genial wie fatal, sagt der ehemalige Notenbanker und Geldforscher Bernard Lietaer. "It turns the mind into a brezel". Ein Zaubermittel, das alles bedeutet und doch keinerlei Wert hat.
Es wird aus dem nichts geschaffen, vermehrt sich exponentiell und bezieht seinen Wert doch durch Mangel. Armut garantiert seinen Wert: Hätten alle genug Geld, hätte es keinen Wert.
Es soll sich um ein Tauschmittel handeln, doch nur 2% der Billionen, die täglich um den Erdball geschossen werden, dienen dem Austausch von Waren und Dienstleistungen.
Der Philologe Jochen Hörisch zerlegt die Terminologie des Geldes und entdeckt die Religion. Kein Wunder: An beides muss man eben glauben. Angesichts der aktuellen Glaubenskrise bereitet sich Gerhard Spannbauer getreu seiner Erkenntnis „Gold und Silber kann man nicht essen" auf die ersten Monate nach dem Zusammenbruch des Geldsystems vor.
Doch der Wie-werde-ich-reich Guru Bodo Schäfer lehrt uns weiterhin tapfer, wie wir uns in 7 Jahren die erste Million ersparen.
Bernard Lietaer ist überzeugt davon, dass die gegenwärtigen Herausforderungen der Menschheit innerhalb des globalen monopolistischen Geldsystems nicht zu lösen sind.
Seine Vision findet in einem Armenviertel am Rande des brasilianischen Fortaleza die Verwirklichung. Eine zweite selbst erfundene Währung, der Palmas, hat in dem Viertel in mitten der Armut eine blühende Wirtschaft aufkeimen lassen. 40 solcher Banken arbeiten bereits erfolgreich in Brasilien und im Wochentakt werden neue gegründet. Selbst gedrucktes Geld funktioniert nicht nur, sondern oft auch besser. Davon zeugen tausende lokaler, ergänzender Währungen weltweit. Paul Singer, Brasiliens Staatssekretär für solidarische Ökonomie bringt die Sache auf den Punkt: Wir müssen die Macht über unser Geld zurückgewinnen.

Weitere Infos zu dem Film - Thema finden Sie auf Wiki Wikipedia


Weitere Informnationen:
Claus Strigel über seinen Film "Der Schein trügt"
Webseite zum Film

1 Kommentar:

Stefan Wehmeier hat gesagt…

"Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion - streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist."

Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

Wer in Kategorien von "gut" und "böse" denkt, bzw. darum noch gar nicht mit dem Denken angefangen hat, aber von sich glaubt, er wüsste schon was, mag die Tatsache, dass der seltene Reichtum in "dieser Welt" auf Kosten der Mehrarbeit anderer und nicht auf Apfelbäumchen wächst, als "unmoralisch" empfinden. Wer sich dagegen auf die Suche nach Wissen begibt und bereits eingesehen hat, dass die sinnvollste Verwendung von Gold die Vergoldung elektrischer Steckkontakte ist, stößt am Ende auf die Alles entscheidende Frage:

Warum hat eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden?

Die Ursache ist eine veraltete Programmierung des kollekiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst "wahnsinnig genug" für die Benutzung von Geld machte (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Anderenfalls hätte das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, gar nicht erst entstehen können! Das - und nichts anderes - war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode mutierte, und die uns - unabhängig vom so genannten Glauben (Cargo-Kult) - alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen.

Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich "Auferstehung".

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html