Samstag, 4. Dezember 2010

Xbox Kinect – Das überwachte Wohnzimmer


Todd Stevens

[Übersetzt von Hagbud für Nutze-deine-Freiheit.blogspot.com]

Es gibt ein neues Gerät das rasend schnell Millionen von Haushalte auf der ganzen Welt erobert. Zum jetzigen Zeitpunkt [2. Dez, Anm. Hagbud] wurden bereits 2,5 Millionen Exemplare verkauft und es wird geschätzt dass bis Ende des Jahres 5 Millionen verkauft werden.[i]

Dieses Gerät ist die neueste Erweiterung für das Xbox 360 System. Es hat einen Bewegungssensor ausgestattet mit „Kameras, Mikrophonen, und Software die deinen Körper in den Game-Controller verwandelt“ und es „...erkennt dein Gesicht und deine Stimme so dass es dich im Zimmer suchen und herausfinden kann wo du bist, sogar wenn du mit einer Gruppe von Freunden spielst.“[ii]

Dies funktioniert durch Infrarotstrahlen die in das Zimmer gesendet werden und Daten über den gesamten Raum ermitteln, außerdem werden Geräusche zur Spracherkennung erfasst wodurch weiter Daten gesammelt werden. In der Xbox Datenschutzerklärung wird in Bezug auf die Verwendung dieser gesammelten Daten folgendes geschrieben:

Wir werden die Performance-Daten möglicherweise analysieren um sicher zu stellen dass die Benutzer das optimale Spielerlebnis erhalten und um Kinect Spiele und die Xbox 360 Plattform zu verbessern. Wir werden außerdem möglicherweise einen Teil dieser angesammelten Daten mit Unternehmen austauschen die Kinect taugliche Spiele anbieten, das wird ihnen dabei helfen ihr Produkt zu verbessern.“[iii]

Sie behalten sich also bereits das Recht vor, diese Daten zu betrachten und sie mit anderen Unternehmen auszutauschen. Bei dem zunehmenden Verlust von Privatsphäre und dem hohen Maß an Eingriffen von Seiten der Regierung, kann ich nicht verstehen warum irgendjemand dieses Gerät in sein zu Hause stellen würde.

Grund genug um zu hinterfragen wer hinter einem solchen Produkt eigentlich steht. Wenn man nachforscht findet man heraus dass die Technologie aus einer Zusammenarbeit von Microsoft und Prime-Sense entstanden ist. Prime-Sense ist ein israelisches Unternehmen in Tel Aviv zu deren Gründungsmitgliedern Orna Berry, Inon Bercha, und Avaid Maizels gehören.

Nun, wer sind diese Leute? Orna Berry ist ein Unternehmenspartner und frühere Chefwissenschaftler des Wirtschaftsministeriums der israelischen Regierung.[iv] Inon Bercha, er ist der Generaldirektor, war früher Vice-Präsident des Departments für elektronische Forschung und Entwicklung des israelischen Verteidigungsministeriums (IMOD).[v] Und dann ist da noch Avaid Maizel, er ist der Präsident und Mitbegründer und diente früher in der IDF Geheimdienstagentur welche eine der Hauptansammlungen von Geheimdienstgruppen für das israelische Militär darstellt.[vi]

Das Erschreckenste daran ist, dass es gar nicht überraschend ist, es scheint einfach Business As Usual zu sein. Wenn du irgendwelche Bedenken hast, was sie wohl als nächstes mit dieser Technologie vor haben, dann keine Angst sie sagen es dir: Als Avaid Maizel in einem Interview nach der Ausrichtung des Unternehmens gefragt wurde, sagte er:

Unsere Vision ist es ihnen in der Zukunft ein natürliches Interface [Im Original 'natural interface', Anm. Hagbud] präsentieren zu können, das überall und für jeden Aspekt des Lebens benutzt wird.“[vii]

Prime-Sense ist nun bestrebt in der TV-, Handy- und Internet-Branche Fuß zu fassen und platziert dort verschiedene Arten von Technologie. Dies wird deutlich als er mutig erzählt:

Bald werden sie sehen wie sich die Technologie mehr und mehr auf andere Bereiche ausweitet. Wir beginnen bei Videospielen und bewegen uns dann weiter zu anderen Aspekten des Wohnzimmers.“[viii]

Jeder sollte einen zweiten Blick darauf werfen bevor er ein solches Gerät in seiner Wohnung zu lässt und sich im Klaren darüber sein was man bekommt wenn man sich diesen Dreck ins Wohnzimmer stellt, nur einen weiteren Weg um die Bevölkerung mit deren Zustimmung zu überwachen.

Beispiele für diese Technologie findest du hier: http://www.kinecthacks.net/

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Quellen:

[v] siehe [iv]
[vi] siehe [iv]
[viii] siehe [vii]


Weitere Quellen zum nachlesen:


Informationen über den IDF-Geheimdienst:

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