Sonntag, 1. August 2010

WikiLeaks-Dokumente verschweigen Terrormanagement der USA

Hagbud Seleyn
1. August 2010

„Terrormanagement liegt vor, wenn Konflikte geschürt, Terrorgruppen heimlich gefördert oder offensichtlich unzureichend bekämpft werden, so dass die gesellschaftlichen Verhältnisse in Unruhe gebracht und destabilisiert werden, um weiteren Terror zu fördern.“ - Christoph Hörstel, 'Brandherd Pakistan'

Vor kurzem veröffentlichte die Online-Plattform WikiLeaks 90.000 Dokumente des US-Militärs über den seit 2001 andauernden Afghanistanfeldzug. Diese Dokumente werden nun von den Massenmedien benutzt um eine Ausdehnung des Anti-Terrorkriegs in Pakistan zu rechtfertigen. Laut Afghanistan-Experte Christoph Hörstel handelt es sich dabei jedoch um 'Softes-Material' und spiegelt nicht die wahren Verhältnisse wieder.

Kurz nach Veröffentlichung der Dokumente schrieb Hörstel auf seiner Website folgendes:

„Eine erste zweistündige Prüfung meinerseits hat ergeben, dass:
1. die innere Ordnung teilweise unstimmig ist, denn die Vorkommnisse wurden z. B. nach "Schwere" geordnet - doch fehlen z. B. Vorfälle von "friendly fire" mit Todesfolge, die unter dieser letzteren Kategorie auftauchen.

2. vielfach Vorfälle minderer Schwere angegeben sind, während schwere Vorfälle fehlen.

3. Kritikpunkte von eminenter politischer Bedeutung, die ich in meinem neuesten Buch umfangreich erneut belegt habe, gänzlich fehlen.

Besonders diese beiden letzten Kritikpunkte an der Wikileaks-Sammlung weisen darauf hin, dass es sich hier um eine Sammlung handelt, die weltweit Aufmerksamkeit binden soll, die anderweitig vermutlich besser eingesetzt wäre. Es handelt sich also um das vermutlich weltweit umfangreichste - nicht das bedeutendste! -PR-Manöver der Menschheitsgeschichte zur Ablenkung der Konsumenten.“

In einer Reaktion auf einen Artikel der New York Times, in dem das Material von WikiLeaks für einen Generalangriff gegen Pakistan benutzt wurde, schrieb er außerdem:

„Konkret zu Pakistan: Wenn der dortige Geheimdienst ISI (Inter Services Intelligence) jetzt angeklagt wird, heimlich mit „Al-Qaeda“ und Taliban und anderen Gruppen zu kungeln und vielfach zu unterstützen, ja sogar anzuleiten, dann ist das eine Politik, wie sie US-Geheimdienste für diese Gruppen wünschen. Der ISI wird vermutlich von den USA vor allem deshalb praktischerweise zwischengeschaltet, damit Washington in der Öffentlichkeit alles leugnen kann. Am meisten leidet Pakistan unter diesen Zuständen. EX-ISI-Chef General Assad Durrani beklagt sich in Privatgesprächen auch, dass viele Zivilisten in seinem Land an CIA-inspirierten Anschlägen sterben, die dann islamischen Gruppen in die Schuhe geschoben werden, um sie zu diskreditieren: false flag operations!“

Das die pakistanischen Behörden von der CIA kontrolliert und zum Terrormanagement benutzt werden, wird in den WikiLeaks Dokumenten und den Berichten in den Massenmedien verschwiegen.

Durch die pakistanischen Dienste unterstützt die CIA indirekt die Taliban. Hörstel schreibt in seinem Buch 'Brandherd Pakistan':

„Nahezu sämtliche organisierten Träger des Widerstandes in Afghanistan und Pakistan haben Ansprechpartner im pakistanischen Sicherheitsapparat, der hauptsächlich durch die Institutionen IB („Intelligence Bureau“) und ISI („Inter Service Intelligence“) repräsentiert ist.“

„Die Aktivitäten pakistanischer Geheimdienste, die sich nicht bewegen können ohne dass die CIA dies zwängsläufig mitbekommt, begleiten also alle Schritte des Widerstandes, von der Rekrutierung bis zum Training, von der Ausrüstung bis zum Bombenbau, vom taktischen Hinweis über Natotruppen an kleine Talinbangruppen bis zur strategischen Beratung der Führungsschicht beim Tee in Queta oder jetzt in Waziristan.“

Hörstel teilt das Terrormanagement in seinem Ampel-Modell in drei Stufen auf:




Quellen:

'Brandherd Pakistan', Christoph R. Hörstel ISBN: 978-3-89706-841-4

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