Mittwoch, 14. Juli 2010

Die Gefahr von Gutmenschenvereinen

Wie eine erfolgverpechender Widerstand gegen den Lissabonner Vertrag im Keim erstickt wurde.

Ich möchte einmal versuchen ein Beispiel aus meinen Erlebnissen im Verein Mehr Demokratie e.V. zu schildern.

Ich wurde durch einen Bekannten, welchen ich zuerst im Infokrieg Forum antraf und ihn über seine Direktkandidatur zur Bundestagswahl des letzten Jahres, sowie durch die gemeinsame Leidenschaft zu bloggen, näher kennenlernte, indem wir versuchen mehr Menschen für die antrainierten Zwänge des anerzogenen, stereotypischen Denken unserer genormten Gesellschaft zu sensibilisieren, auf den Verein aufmerksam gemacht.

Ich hatte diesen Verein bereits einmal abgescannt und hatte direkt den Verdacht, dass er vollkommen systemintegriert sei, doch Klaus überzeugte mich, das es die Chance gäbe, diesen Verein von der Basis her zu reformieren, ihr könnt das hier auf Radio Utopie nachlesen: "bundesweite Volksentscheide ganz schnell"

Somit ließ ich mich auf das Projekt "Reformbewegung durch die Basis" ein und trat Ende April diesen Verein bei, um an den Reformen als aktives Mitglied mitwirken zu können. Falls das Projekt nicht sofort zum Erfolg führen sollte, so sah ich zumindest die Gelegenheit interessante Menschen kennen zu lernen und auf den einen oder anderen Missstand kritisch einzugehen. So fuhr ich also am 8. Mai nach Eisenach, um an der Bundesmitgliederversammlung von Mehr Demokratie e.V. teilzunehmen.

Thüringen scheint wirklich eine der schönsten Landschaften Deutschlands zu sein. Ich habe die Reise sehr genossen. Das Treffen fand in einem Hotel statt, von welchem man die Wartburg erblicken konnte. Außerdem lernte ich viele liebe Menschen kennen, mit einem Teil hatte ich bereits seit längerem über das Internet Kontakt. Auch sprach ich auf der Vereinsitzung unter anderem mit Gerald Häfner, einem zeitweiligen EU-Parlamentarier. Und das Thema EU ist eigentlich das, auf was ich hier zu sprechen kommen möchte.

Schon früh in meiner aktivistischen Zeit wurde ich auf das Vorrantreiben des Lissbonner Vertrages bzw. des EU-Reformvertrages aufmerksam. Selber nahm ich auch voriges Jahr an der einzigsten deutschen Demo gegen den EU-Vertrag teil und organisierte hier, mit dem damals frisch gegründeten Infonetzwerk-Berlin einen Wagen zu der Demo. Von dem benannten Berliner Netzwerk musste ich mich aber Anfang des Jahres trennen, da sie eben auch den Gutmenschenpfad eingeschlagen haben. Ihr Aktivismus wird leider immer mehr verwässert und sie wollen sich nicht tiefgründig genug mit der Materie von Medienmacht, Gesellschaftsmanipulation und Abbau der Freiheit in unserer Gesellschaft auseinandersetzen und scheinen jene dadurch unbewusst zu fördern.

Passend dazu eine kleine Metapher eines Bekannten von mir zitiert aus einem Forum:
Aber an dieser Stelle möchte ich auch einmal mit aller Deutlichkeit betonen:"Das Problem sind nicht diese zwielichtigen Organisationen"!!! 

Es sind die "unwissenden Schäfchen" die sich ihnen anschließen ohne zu hinterfragen oder auch nur ansatzweise versuchen den Verein zu durchleuchten. Und solange diese Schäfchen nicht begreifen, dass das Rednerschaf da auf dem Podium durchaus das Oberschaf im Wolfspelz sein könnte, so lange werden diese auch immer mehr Zulauf bekommen.

Man Leute INFORMIERT euch bevor ihr aktiv werdet.

Mal ein kleines Beispiel: Bevor man sich auf ein "Schiff" begibt, erkundigt man sich doch auch zuvor, wo die Reise hingeht (Logisch oder)?!?!?! Und wenn ich da nur spärliche Information über das "Reiseziel" erhalte und mir das auch größtenteils noch selber suchen muß und darüber hinaus noch im Zweifelsfall feststelle, dass das Reiseziel so ganz und gar nicht meinen Vorstellungen entspricht. Ja dann Adè fährt das "Schiff" halt ohne mich. 

Es ist doch nicht das einzigste. Der Hafen der Wahrheitsbewegung ist reichlich gefüllt mit "Schiffen" eben weil vielen das "Reiseziel"  bis her nicht zusagte. 
Somit bietet sich mir doch die Möglichkeit perfekt zwischen den "Schiffen" und "Reisezielen" zu wählen!
Und falls doch keines dabei ist! Bau ich mir selbst ein Floß...  

Von daher; Prävention durch Information, so sollte das Motto sein.


Nun aber weiter mit der Vereitelung der Lissabonklage.

Das Thema brennt mir weiterhin auf dem Herzen und lässt mich nicht mehr los. Dadurch das ich in Kontakt mit einer internen Reformergruppe innerhalb von Mehr Demokratie e.V. stand, hatte ich Einblicke in Recherchen, zuzüglich zu den persönlichen Erlebnissen die ich im Verein hatte, die mir ein Bild derart bewusst machten, wie ich es zuvor noch nie erlebte. Und zwar wie Menschen die gutes tun wollen, die sich gesellschaftlich, sozial oder aktivistisch betätigen wollen, in eben passende Vereine gezogen werden, die ich mal grob unter der Kategorie "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" betiteln würde. Dies soll in gar keinem Fall die Mitglieder solcher Vereine beleidigen, die Sache ist doch etwas geschickter initiiert, aber erzielt eine enorme Wirkung.

Im Folgenden geht es um Prof. Geitmann.

"Außerdem ist Geitmann Vorstandsmitglied und ehemaliger Vorsitzender der freiwirtschaftlichen Vereinigung Christen für gerechte Wirtschaftsordnung (CGW) (e.V.). Auch ist er Sprecher des Kuratorium von Mehr Demokratie e.V. sowie verantwortlicher Herausgeber der Schriftenreihe der Arbeitsgruppe Gerechte Wirtschaftsordnung."


Des Weiteren ein Artikelausschnitt von Oliver Janich, Partei der Vernunft:

"Professor Joseph Huber, einer der Wortführer der Monetative hielt am 15. Mai 2009 an der Berliner Humboldtuniversität einen Vortrag unter Schirmherrschaft des Club of Rome (Quelle). Professor Roland Geitmann, einer der Unterstützer, wird auf der Webseite des Global Marshallplan von Club of Rome-Mitglied Al Gore als Sponsor genannt (Quelle). Nun will ich beiden nichts unterstellen, da die Faktenlage noch zu dünn ist. Nur aus der Teilnahme an diesen Veranstaltungen kann noch kein böses Motiv unterstellt werden. Zudem sagen die möglichen Verbindungen einzelner Personen nichts über die ganze Organisation.
Was man aber wissen muss, ist, dass das Ziel der Globalisten (nicht zu verwechseln mit Globalisierung) die Installation einer Weltzentralbank mit einer Weltregierung ist. Gemäß der Hegelschen Dialektik hält die Elite immer zwei Alternativen bereit, aus denen sich der ahnungslose Bürger eines von beiden Übeln heraussuchen darf. Wenn das Finanzsystem zusammenbricht, werden viele das auf den Zins schieben. Dann kann das Volk zur Akzeptanz dieser Weltwährung gebracht werden indem zins [...]"


Nun dennoch finde ich diese Beziehungen recht interessant. Dazu folgend einige Links zum Club of Rome  und der angesprochen Hegelschen Dialektik:


Schauen wir mal weiter...

Sa, 13.10.2007 Bundesmitgliederversammlung von MD in Kassel, Räume der AWO
Leitung: E.O. Müller; Protokoll: Klaus Dieter Schwettscher; 37 Teilnehmer Hauptthema: Projekt Verfassungsklage gegen EU-Reformvertrag. Die Mehrheit ist dafür, Roland Geitmann vom Kuratorium dagegen. Quelle

zum Kuratorium §10: Vereinssatzung MD

Bundesmitgliederversammlung Mehr Demokratie e.V., 12. Oktober 2007
i.Hs. der AWO, Kassel Protokoll: Klaus-Dieter Schwettscher

Der MD-Bundesvorstand beantragt, eine Verfassungsbeschwerde gegen den EUReformvertrag (Sammelklage) einlegen zu können.

Das MD-Kuratorium empfiehlt, dieses nicht zu tun.


Pro Verfassungsbeschwerde:

In Costa Rica wurde am letzten Wochenende eine Volksabstimmung über ein Freihandelsabkommen mit den USA durchgeführt. Ein ähnlich komplexes Werk wie der EUReformvertrag. Da uns die Volksabstimmung nicht zur Verfügung steht, bleibe als Mittel der Kritik und Auseinandersetzung nur die Verfassungsbeschwerde. Eine Gegenwehr gegen den EU-Reformvertrag sei notwendig, da umfänglich Rechte vom Bundestag auf die EU übertragen würden, die aber überwiegend dem EU-Parlament unzugänglich blieben. D.h., die Legislative würde durch den Vertrag geschwächt.


Ein besonderes Instrument sei die "Passarelle": Generalbevollmächtigung des EUMinisterrates(bei Vorliegen der Einstimmigkeit) in allen Vertragsbereichen Beschlüsse zu ändern, zum großen Teil ohne Beteiligung des EU-Parlamentes und mit nur begrenztem Widerspruchsrecht der nationalen Parlamente. Bestandteil des Antrags des MD-Bundesvorstands sei 1. ein Eilverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, mit dem Ziel die Ratifikation auszusetzen, und 2. das Hauptsacheverfahren, "um den Zug zunächst zu stoppen".

Contra Verfassungsbeschwerde:

Der EU-Reformvertrag sieht einig substantielle Verbesserungen vor: 1 Mio. Europäer/innen können eine Volksinitiative (ECI) ergreifen. (Widerspruchs-)Rechte der nationalen Parlamente werden ausgebaut, das Subsidiaritätsprinzip gestärkt. Eine Verfassungsbeschwerde sei destruktiv. Deutschland würde, bei einer erfolgreichen Klage, die europäische Integration stoppen, nur weil die nationalen Selbstbestimmungsrechte beschnitten würden. Das stünde Deutschland aufgrund seiner Größe und Geschichte nicht zu. Alle Juristen im Kuratorium hätten keinerlei Erfolgsaussichten für die Verfassungsbeschwerde gesehen. Das Gericht würde es nicht wagen, den Vertrag, bzw. Teile davon, als verfassungswidrig zu brandmarken. Da Andere (Schachtschneider et al.) sowieso klagen werden, sollte MD sich zurückhalten. Die Verfassungsbeschwerde durch MD als Mitgliederwerbeaktion zu instrumentalisieren, wäre ein fataler Fehler, da sie insbesondere antidemokratische Kräfte anzöge, sie diese zu öffentlicher Solidarisierung anreizte oder gar zum massenhaften Beitritt motivierte. MD sollte sich im Gegenteil als Wahrer und Promotor des Subsidiaritätsprinzips aufstellen. Es werden neun Thesen von Prof. Dr. Roland Geitmann verteilt (Anlage).


Eine Organklage durch Bundestagsabgeordnete anzuregen, soll geprüft werden. Eine Verfassungsbeschwerde kann 4 - 5 Jahre dauern, deshalb beabsichtigt der Bundesvorstand im Vorwege eine Einstweilige Anordnung anzustreben. Die Kosten werden auf 20.000 - 80.000 EURO geschätzt. Spätestens im Januar 2008 müsste der Antrag zum Gericht ausformuliert vorliegen. Europa solle nicht über die Demokratie gestellt werden.


Nach intensiver Diskussion und zwei Meinungsbildern fällt folgender Beschluss (19 Ja, 10 Nein, 5 Enthaltungen):


Die Entscheidung, ob MD eine Verfassungsbeschwerde gegen den EU-Reformvertrag einreicht, soll in einer Mitgliederurabstimmung fallen.


In der November-ZfdD soll ausführlich über das Für und Wider und die Abstimmung berichtet werden. Die Landesverbände werden aufgefordert, zu diesem Entscheid im November Mitgliederversammlungen durchzuführen. Eine gesonderte Bundesmitgliederversammlung soll bei Bedarf einberufen werden.
Ansonsten machen sie sich ihr eigenes Bild darüber, dass also der Vorstand und das Kuratorium nach nicht erwünschten Abstimmungsergebnis eine Urabstimmung vorschlagen. Dies mag im ersten Moment demokratisch klingen, da hier alle Vereinsmitglieder per Brief befragt werden, aber das ist nur die äußere Fassade. Scheinbar glaubt man das die Mitglieder zu doof wären eine Entscheidung zu treffen und müssen daher mit aller Macht politisch genormt werden...

Ich möchte das ein mal nicht weiter kommentieren, es sei nur angemerkt, dass Urabstimmungen im Verein ebenso zahlreichen Manipulationen unterstehen (seitens Vorstand und Kuratorium). In diesem Jahr haben Vereinsmitglieder gegen eine aktuelle Urabstimmungsmanipulation Klage erhoben und ein Mitglied der Urabstimmungskommission ist ausgetreten. So weit ein paar aktuelle Interna.

Außerdem haben die Klagen von Herrn Schachtschneider und weiterer Kläger einiges des Lissabonner Vertrages entschärfen können. Dies steht im krassen Widerspruch zu den Aussagen eines Herr Geitmanns und macht deutlich, dass kritische Stimmen in diesem Verein nicht erwünscht sind und man diese scheinbar auch schnell in eine vordefinierte Schublade verschwinden lässt.

Mein Vorschlag, Herr Geitmann, treten sie ab, SOFORT!!! Für mich sind sie ein Vollblutt von Antidemokrat wie er im Buche steht. Dies ist mein persönlicher Standpunkt. Auch sei angemerkt, dass der finanzielle Aufwand allein für die Europaarbeit seitens MD im Jahr 2010 über 31.000 Euro betrug. Wohlgemerkt um die EU zu demokratisieren, nicht etwa um das Übel an der Wurzel zu packen, das wäre laut Geitmanns Definition antidemokratisch, paradox, oder?

Weiter mit der nüchternen Analyse...

Wir sehen also das Herr Geitmann, der auch einer internationalen Vereinigung angehört, die eine geschönte Form der Eugenik vertritt, indem sie die Lügen von Knappheit (Bereits 1989 war die weltweite Nahrungsmittelproduktion bei 140% des Weltbedarfs angekommen, 2000 sogar bei 200%) und Überbevölkerung verbreiten, stimmte also gegen eine Klage des Lissabon Vertrages seitens MD.

Hierbei möchte ich anmerken, dass im Jahre 2007 die Finanzausgaben von MD 1.009.246Euro betrugen. (Aus Unterlagen Bundesmitgliederversammlung 2010, Finanzübersicht). Somit hätte MD ein gewaltiges Gewicht im Widerstand zu Lissabon bieten können. Stattdessen konzentrierte man sich auf das EU-Bürgerbegehren, wo 1 Millionen Unterschriften aus mehreren EU-Staaten zusammenkommen müssen, damit sich die EU-Kommission dann überlegt zu handeln oder auch nicht. Was für eine fortschrittliche Demokratie (der Eliten...) , das Volk muss sich in Massen scharen und am Rockzipfel des Königs zurren, um dann ein wenig Aufmerksamkeit zu erhalten.

Das ist meine These die ich aufstelle: "Gutmenschenvereine" sind eine Art Beschäftigungsbecken für Aktivisten und Menschen mit Drang sich  sozial und gesellschaftlich zu engagieren. Sie dürfen alles machen, was die großen Agenden (Agenda21) für die Umstrukturierung der Gesellschaft nicht behindert.

So verwundert es auch nicht, das Bspw. Greenpeace gegen Genanbau vorgeht, was ich sehr gut finde. Aber letztendlich werden durch zunehmende Zentralisierung, wie in Form der EU und Lissabon, die Zunahme drastischer Sparmaßnahmen, die den Mittelstand abwürgen und eben nach der Krise, die sich wohl eher durch eine lange Depression auszeichnen wird, eine Weltwirtschaftsregierung, bargeldlosen Zahlungsverkehr, so wie gechippte Ausweise etablieren.

Und eben Greenpeace ist ebenso vollständig in die Agenda 21 eingebunden und folgt treu der Vorgabe der Knechtung unserer Gesellschaft durch drakonische CO-2 Steuern, welche durch die Klimaerwärmungspropaganda gefüttert werden. Man merkt, in Gutmenschenvereinen kriegt man immer nur das Komplettpaket, ein bischen guter Aktivismus hier, so weit er nicht zu sehr der globalen Agenda im Wege steht, aber eben auch immer einen sehr üblen Nachgeschmack, da die Mischung letztendlich fatal im Widerspruch zur eigentlich vorgegebenen Intention dieser Vereinigungen stehen. Aber schließlich braucht man ja einen Köder.

Glaubt ihr tatsächlich, das wir nach der Umsetzung dieser gravierenden Gesellschafteinschnitte noch die Möglichkeit besitzen uns gegen Monsanto zu wehren? Werden wir nicht eher damit zu tun haben im neuen Gewährleistungsstaat all die neuen Abgaben zu erfüllen und uns ständig als Ware auf dem nun vollkommen kapitalistischen Haifischbecken in Form privatisierter Arbeitsmärkte, mit sozialistischer Struktur, unsere Arbeitskraft darzubieten?

Wenn man bemerkt, dass Konzerne wie Bertelsmann starken Einfluss auf die Bildungspolitik haben (dank Lissabonvertrag) und auch der Rest der großen Presse zentralisiert und gesellschaftlich genormt wurde, eben der Frosch im Pott, alles nur eine Frage der Gewöhnung...

Interessant finde ich ebenso, dass Vereinsmitglieder von Mehr Demokratie e.V. an folgenden Buch mitwirkten und es über den Verein veröffentlicht wird: Europa: nicht ohne uns! Abwege und Auswege der Demokratie in der Europäischen Union

Hier heißt es:

Auf 160 Seiten erläutern Michael Efler, Gerald Häfner, Roman Huber und Percy Vogel, an welchen Stellen die Europäische Union derzeit undemokratisch ist und zeigen Wege auf, um das Demokratiedefizit zu beheben.
Das Buch nimmt den Prozess der Europäischen Einigung, insbesondere die Erarbeitung des Verfassungs- bzw. Reformvertrages, kritisch unter die Lupe und untersucht die Machtverhältnisse zwischen den Organen der EU und ihrer Mitgliedstaaten. Als Ausweg schlagen die Autoren neben besserer Einbindung der Bürger durch direktdemokratische Verfahren einen direkt gewählten Konvent vor, der statt des umstrittenen Lissabon-Vertrags einen neuen Verfassungsvertrag ausarbeiten soll.


Wer die Ursprünge der EU kennt, dem sollte klar sein, dass sich die EU genauso wenig bändigen lässt, als wenn man der Mafia erklären wolle ihre Ziele nach Menschenrechten durchsetzen zu lassen. Meiner Meinung nach ist das völlig utopisch und an den Haaren herbeigezogen und eine typische, weichgespülte, links/grün-liberale Blümchenkritik.

Aber mal angenommen wir nehmen diesen Weg an. Wenn Herr Geitmann im Kuratorium von Mehr Demokratie mitwirkt und Vereinsmitglieder darin eine Neuausarbeitung der EU-Verfassung forderten, warum stimmte er dann auf der Bundesmitgliederversammlung von MD gegen ein Klage des aktuellen, undemokratischen Machwerks der europäischen Eliten, obwohl er sich seiner Stimmgewichtung als Kuratoriumssprecher doch bewusst gewesen sein musste. Ist das nicht vollkommen paradox oder vertritt Herr Geitmann in Wahrheit doch eine andere Vorstellung von Demokratie und Mitbestimmung unserer Gesellschaft???

Übrigens durfte man auf der Bundesmitgliederversammlung fragen an die  angetretenen Kandidaten zum Vorstand stellen. Somit nutze ich die Gelegenheit vor 150 Vereinsmitgliedern und Gästen sprechen zu dürfen, um noch mal dem Verein auf den Zahn zu fühlen. Meine Frage richtete sich insbesondere an Gerald Häfner und Manfredt Brandt. Herr Häfner war bereits mehrfach im EU-Parlament, wie ich bereits erwähnte und Herr Brandt ist promovierter Agrarwissenschaftler.

Meine Frage lautete wie folgt: "Wie sehen die Kandidaten die Vereinsstrategie zum Lissabonner Vertrag, insbesondere nach der Verfassungsklage vom 30.06.2009, wo doch die EU gerade erst ein Patent der Gen-Kartoffel Amflora von Basf, trotz großen Widerstand des Volkes, zuließ. Ist man nicht als kleiner Bürger unheimlich machtlos gegen diese gewaltige, bürokrastische Krake?"

Hier entdeckte ich bei einigen Vereinsmitglieder, wie auch den Bundesvorstand Herrn Huber ein Lächeln auf den Gesichtern. Jaaaa, Themen zu Umwelt, Natur und Gesundheit, darauf fahren die Gutmenschen unheimlich ab. Leider verstehen sie nicht, dass diese Themen oftmals instrumentalisiert werden, da sie eben leicht die inneren menschlichen Sehnsüchte ansprechen. Das zeigte ja das obige Beispiel  mit Greenpace, ja ja der arme Knut...  Um ihnen das wenigsten ein wenig bewusster zu machen folgte im Anschluß die 2. Hälfte meiner Frage:

"Der Lissabonner Vertrag, der seit den 1. Dezember in Kraft getreten ist, legitimiert die Todesstrafe, um Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen. Außerdem in Zeiten von Krieg und unmittelbarer Kriegsgefahr."

Die Antworten sind nicht weiter erwähnenswert, da sie in der typischen Manier der Gutmenschenmatrix wiedergegeben wurden. Bei MD heißt es, wir sind ein politisch neutraler Verein. Ich sage die politische Neutralität ist bei MD zum eigenen Fallstrick geworden! Ich kann so was echt nicht mehr hören. Jene Floskeln kann man in dererleih Gruppen und Vereinigungen zu hauf vernehmen und sie unterbinden jede vernunftbasierte, auf Fakten und Argumente begründete Diskussion und wiegeln sämtliche Kritik an der Vereinigung oder dessen Strategien von vorn herein ab. Oft hören sich die Vereinsmitglieder, insbesondere an der Basis, die Argumente auch an und geben einem Teils sogar recht. Dann wollen sie einem in Diskussionen und Arbeitsgruppen einbeziehen und viele merken erst nach Jahren, dass das alles überhaupt gar nichts ändert.

Mein Rat, Finger weg von solchen Vereinen! Ebenso können sie sich das Spenden sparen! Versuchen sie lieber selbst in ihrer Lokalität zu wirken, Bürgerbegehren auf die Beine zu stellen, Menschen aufzuklären oder Ähnliches, in einem kleinen Rahmen bleibt zumindest eher überschaubar welchen Kurs man gerade fährt und man ist selbst für seine Strategie verantwortlich. Wenn sie gerne spenden möchten, dann suchen sie sich kleinere Projekte oder unterstützt kleine unabhängige Medienunternehmen oder kritische Autoren oder Zeitungen wie beispielsweise hintergrund.de, dann haben sie mit ihren Geld wirklich was Sinnvolles angestellt und nicht eine der vielen Illusionen gekauft, die wir heut schon zu genüge dargeboten kriegen.

Nun möchte ich noch einmal das Thema Gewährleistungsstaat anführen, dazu folgende Artikel die eigentlich das wichtigste kennzeichnen:

Übrigens die Klage wurde durch den Eingangsstempel beim BverfG um 10 Tage zurückdatiert, wie ich von meinen inzwischen liebgewonnenen Bekannten und Bloggerkollege Klaus erfuhr, der sich letztes Jahr auf dem Bloggerkongress 2009 in Berlin einige Stunden mit den Hassel-Reusings unterhielt. Dadurch konnte man diese außerordentlich sorgfältig ausgearbeitete Klagen vollkommen ignorieren. Na, wer glaubt noch an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit??

Rettet Demokratie und Rechtsstaat - Nein zum Lissabon-Vertrag
Der Gewährleistungsstaat - Zwischen Ausverkauf des Staates und Konzernaristokratie
Startseite mit der Klage von Sarah Luzia Hassel Reusing
Volker Reusing auf dem BCG2010


Ich könnte zu der Thematik noch so viel mehr schreiben, aber belasse es erst einmal hier bei und behalte mir weitere Artikel zu Mehr Demokratie e.V. vor, welche aus Manipulationen innerhalb des Vereins seitens des Vorstandes eingehen oder die interessante Frage der Spendentransparenz des Vereines aufwerfen und wie es scheinbar möglich ist, das über Landesverbände Parteispenden geflossen sind, was laut Aussage des Bundesvorstandes MD immerhin nicht auszuschließen sei, doch noch interessanter sind die zahlreichen Großspender in Form von Organisationen und Stiftungen, welche Rückschlüsse auf finanzielle Interessen schließen lassen.

Allein diese Namen nur ein einziges mal verbal in atemberaubender Geschwindigkeit, wie ich es auf der Bundesmitgliederversammlung persönlich erleben durfte, vernehmen zu dürfen, geschah nur auf die bestechende Penetranz einiger Vereinsmitglieder in diesem Thema. Eine Protokollierung dessen, geschweige denn die erneute schriftliche Beantwortung der Großspender, lassen allerdings bis heute auf sich warten und ich habe auch schon eine Vermutung warum.

Mir persönlich tut es sehr weh, dass viele Leute die ich insbesondere im letzten Jahr kennenlernte, den Irrlichtern in der Wahrheitsbewegung folgen und sich dessen Brisanz, was sie da eigentlich genau unterstützen, nicht im Geringsten bewusst sind.

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Infonetzwerk-Berlin zeigen mir, dass sich die Meisten absolut nicht bewusst sind, was hier vor sich geht. Wir befinden uns in einem Krieg des Glaubens, in einem Krieg der Realität, in einem Krieg um deinen Verstand und in einem Krieg der Informationen. Um hier einigermaßen den Kopf zu behalten und sich wirklich gegen die gegen uns gerichteten Agenden zu behaupten und hier echten Widerstand leisten zu können, ist eine intensive Auseinandersetzung auf gewissen Themengebieten unerlässlich!!! Ein, zwei Dokus schauen reicht da nicht! Das war das ursprüngliche Ziel, was ich einmal mit dem Infonetzwerk-Berlin antreten wollte und warum ich im letzten Jahr so erzürnt war, als ein typisches Führer und Gefolgschaftsprinzip im IN-B eintrat, welches sich dann zum Jahresbeginn etablierte.

Fazit

Was nützt ein Verein, der sich Mehr Demokratie auf die Fahne schreibt, aber hauptsächlich auf Länder- und Kommunalebene Arbeit betreibt? Selbst Roman Herzog erwähnte, das bereits über 80% der Gesetze direkt von der EU kommen. Doch die Machtbesessenheit dieser kollektivistisch, demokratistisch geprägten Vereinigung ist schon viel früher erkennbar. Zudem sind die parlamentarischen Strukturen in Deutschland auf Bundestag und Bundesrat zugeschnitten. Somit sind die kleinen Erfolge sicherlich motivierend, aber sie verpuffen, wenn die gesamte Strategie und Aktionen des Vereins nicht gleichzeitig auf höheren parlamentarischen Ebenen versuchen Einfluss zu nehmen. Und ich meine damit nicht einen Versuch vor zu heucheln, wie anhand des bundesweiten Volksentscheides.

Also nichts gegen lokale Initiativen, aber versprecht den Leuten nicht das Blaue vom Himmel herunter, wenn ihr es ja dennoch nicht halten könnt! Und setzt ihnen keine systemgenormten Lösungsvorschläge vor. Nur das wäre demokratisch, alles andere ist "nicht politisch neutral" genug. Wer bestimmt denn bitte schön was demokratisches Handeln ausmacht? Ja momentan sind das die Massenmedien, staatliche Institution und die große Zahl von Ahnungslosen im Bundestag, Ausnahmen ausgeschlossen und eben leider auch solche NGOs oder Vereine oder gut getarnte Lobbygruppen für den Erhalt und das Festnageln der aktuellen Parteienherrschaft.

Es tut mir ja leid, aber je tiefer man bei euch nachbohrt, um so mehr Verlogenheit, Intrigen und gutmenschliche Hypnose von einst vom Idealismus geprägten Menschen tritt empor. Und das zeigt den wahrten Charakter einiger Vorstandsmitglieder innerhalb des Vereines. Es ist einfach auch immer das Selbe, je größer die Vereinigung und je mehr Geld im Spiel ist, um so perfekter läuft die Seifenoper vor und hinter den Kulissen.



Die Liste der Gutmenschenvereinigungen hier zu Lande ist sicher lang. Ich möchte mit diesem Beitrag einen kleinen Teil dazu beitragen, den Fokus jener Menschen wieder auf das zu richten, was sie ein mal ursprünglich mit sozialen Engagement verfolgten und dazu reicht es eben nicht, der erst besten Idee nach zu laufen.

In diesem Sinne, die Sache mit Lissabon ist glatter Hochverrat, drum denke doch endlich selber nach! Nutze deine Freiheit, nutze deinen Verstand und beginne selbst Verantwortung und Führung zu übernehmen.

Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder Ergänzungen zum obigen geschilderten Beitrag anbringen möchte, dem steht die Nutzung der Kommentarfunktion frei.

Kommentare:

persilschein hat gesagt…

Sehr gut recherchiert und trifft die Sache mit den Gutmenschlichkeiten auf den Punkt.

Daher gilt es : kritisch sein, aufdecken und recherchieren.

die wahrhaftigkeit will gut verteidigt sein.

Habe auch schon genauso wie Du mit vielen Gutmenschvereinen GENAU DIE GLEICHEN Erfahrungen gemacht, egal wie groß und unter welchem Motto. Wölfe im Schafspelz gibt es zu hauf und je esotherischer und religiöser ein Verein angehaucht um so bereitwilliger die Leute die diesen Führern folgen.

Aber hat nicht schon Jesus gesagt: "Niemand unter euch soll sich Herr oder Meister nennen, sondern seid alle wie Brüder..." (Matth 23,8).

Wenn man diese Schriften liest bekommt man eine gute Blaupause für alle nachfolgenden Wahrheitsbewegungen und deren INNERE Gefahren. Als ob Jesus damals genau wusste was er da lostrat.

Um klar zu sagen, mir geht es hier nicht um den religiösen aspekt sondern um den philosophisch-ethischen grundgedanken.

Anonym hat gesagt…

Meinem Gefühl nach haben Organisationen grundsätzlich die Tendenz ihren ursprünglichen Sinn zu verwässern oder gar umzukehren. Es gibt unzählige Beispiele. Es gibt aber auch Bewegungen, die sich ohne besondere Organisation entwickelten, wie z.B. die Umweltschutzbewegung oder die Esoterikbewegung, oder jetzt vielleicht die Wahrheitsbewegung. Ich glaube, es ist gut und wichtig, daß hier nichts von oben organisiert wird. Es reicht völlig, seinem Gefühl zu folgen und mitzumachen. Man braucht kein Fleisch kaufen, chemische Medikamente sind auch oft überflüssig, man muß kein gespritztes Obst und Gemüse kaufen, man kann informationen weitergeben, man braucht nicht viel Geld auf der Bank haben usw. Im Grunde ist es einfach und wir als Verbraucher haben sehr viel Macht.