Sonntag, 2. Mai 2010

Autobombe am Times Square gefunden

Aus deutschen Medien:
In einem am New Yorker Times Square abgestellten Auto sind nach Angaben der Polizei Bauteile für eine Bombe gefunden worden. "In dem Wagen war Propangas, Benzin und eine Menge Drähte. Offenbar sollten Gas und Flüssigkeit explodieren und die Drähte waren der Zünder, der nicht funktionierte", sagte ein Polizeisprecher am frühen Sonntagmorgen dem Sender "Fox News". "Das hätte eine Menge Menschen mindestens verletzten können", sagte der Polizist. "Wir haben es mit einem ernsten Fall und offenbar einer ausgeklügelten Bombe zu tun."

Aufgrund des Bombenverdachts hatte die Polizei am Samstagabend den Times Square geräumt. Tausende Touristen und Besucher der umliegenden Theater mussten den für seine Leuchtreklamen berühmten Platz mitten in Manhattan verlassen. Der Broadway wurde zwischen der 43. und 46. Straße gesperrt.
Viele Schaulustige drängten sich an den Absperrgittern, um Fotos und Videos von den angerückten Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen aufzunehmen.
Im vergangenen Dezember war der Times Square schon einmal wegen eines Bombenverdachts gesperrt worden. Ein zunächst verdächtiger Kleintransporter hatte aber nur harmlose Kleidung geladen.


Urheber der Bombe sind unklar. Man bemerkt wieder, dass die Schreckensmeldung in rasanter Geschwindigkeit über Presseagenturen und den westlichen Medien läuft. Eine gewisse Hysterie ist in den Meldungen klar zu verzeichnen:

Eine doch recht dramatisierte Schilderung des New Yorkers Bürgermeister Michael Bloomberg.

"Der von zehntausenden Menschen besuchte Times Square in New York ist nur knapp einer Katastrophe entgangen. Polizisten entdeckten auf der Vergnügungsmeile im Herzen Manhattans am Samstagabend eine Autobombe, die nach einer Fehlzündung noch qualmte. „Wir sind sehr glücklich, dass Dank eines aufmerksamen New Yorkers und eines mutigen Polizisten ein tödliches Ereignis abgewendet werden konnte“ 
Das Auto, ein dunkler Nissan Pathfinder, stand mit getönten Scheiben auf dem bunt erleuchteten Times Square direkt vor einer Filiale der Bank of America - nicht weit von dem Ort, wo im September 2001 das World Trade Center durch einen Terroranschlag zerstört wurde. Ein Straßenverkäufer, laut Bloomberg Vietnam-Veteran, hatte einen berittenen Polizisten auf Rauch aufmerksam gemacht, der aus einer Kiste auf dem Rücksitz des Geländewagens kam. Der Beamte roch Schießpulver und rief sofort Verstärkung. 
Bloomberg war bei der eilig einberufenen Pressekonferenz direkt am Tatort noch im Abendanzug mit weinroter Fliege. „Die Experten der Polizei haben bestätigt, dass es sich wie befürchtet um einen Sprengsatz handelt“, teilte er mit.
Nach seinen Angaben wurde in dem Geländewagen eine Sprengvorrichtung mit drei Propangasflaschen und zwei Benzinkanistern mit jeweils 5 Gallonen (18,9 Liter) gefunden, zudem Feuerwerkskörper, Drähte und Batterien. „Das hätte eine Explosion und ein enormes Feuer geben können“, sagte Bloomberg. Polizei und FBI sollen jetzt die Hintergründe klären. „Wir haben keine Ahnung, wer das getan hat - und warum.“ 

Trotz eines Samstag abends ist der New Yorker Bürgermister sofort zur Stelle und direkt werden die typischen Begriffe, wie "Terrorismus", "Sprengsatz"  oder "2001" verwendet. Letztendlich ist eine selbst gebastelte Bombe gefunden worden, die scheinbar so laienhaft zusammengesetzt wurde, dass von ihr keine Gefahr ausging. Irgendwie erinnert dieses Szenario an die typischen Fälle die in frequentierten Abständen immer wieder in der westlichen Hemisphäre auftauchen.

Erinnert sei hier an:

Der Weihnachtsbomber als Kriegsvorwand
Mehr offene Fragen zu dem geplanten Bombenanschlag auf Flug 253

Folge: Nacktscanner an Flughäfen

oder auch

Terrorziel Europa – Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste – Teil 1-3 (Buchauszüge)
Marionetten und Drahtzieher – Sauerland-Gruppe: Am 22. April beginnt der Prozess gegen die angeblichen Planer eines angeblichen 9/11-Anschlages in Deutschland


Folge: Debatten zu Terrorismusgefahren und voranbringen von Gesetzten, die mit dem Label "Mehr Schutz für den Bürger" beworben werden, aber bei weiterer Betrachtung geben diese Gesetze (Onlinedurchsuchung, zentrale Datenspeicherung, RFID in Reisepässen, Aufweichung des Trennungsgebotes...) Behörden mehr Macht, um über die Bevölkerung zu wachen. Auf einmal ist jeder potentieller Terrorist und man schürt das Misstrauen.

Es würden sich noch viele weitere Beispiele finden lassen. Auffällig ist, dass es scheinbar ausreicht ein Ereignis von dem große Gefahr ausgeht medial so darzustellen, dass eine unfassbare Hysterie in die Öffentliche Meinung fließt. 

Die Polizei riegelte den Platz weiträumig ab. Tausende Menschen kamen nicht in die Broadway-Theater oder in ihre Hotels. Acht Stunden lang war der sonst zu den belebtesten Plätzen der Welt zählende Times Square mit seinen bunten Leuchtreklamen menschenleer. Während die Touristen an den Absperrgittern Fotos der anrückenden Polizei- und Krankenwagen machten, wurde der Wagen zuerst von einem Roboter geöffnet. Dann untersuchten Experten in gepanzerten Schutzanzügen den Sprengsatz.
Kelly sagte, dass der Wagen um 18.28 Uhr von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. Ein Fahrer sei auf den Bildern aber nicht erkennbar. Jetzt würden weitere Überwachungsvideos gesichtet, das sollte aber Stunden dauern. „Wenn ein Terrorist gefasst wird, dann hat er immer einen Stadtplan von New York bei sich“, sagte Bloomberg. „Das habe ich gerade heute Abend in Washington gesagt und dies hier ist eine weitere Erinnerung an die Gefahr, der wir gegenüberstehen.
Die Stadt sei sicher, betonte der Bürgermeister. Dennoch rief er alle New Yorker und Touristen auf, aufmerksam zu sein und der Polizei zu helfen. „Es gilt weiterhin, was schon bisher galt: Siehst Du etwas, sage etwas!“ Auch der Polizeichef bat um Hinweise. Der Sicherheitsexperte und frühere New Yorker Polizist Thomas Ruskin rief Touristen auf, ihre Urlaubsvideos von dem Abend durchzusehen.
Möglicherweise sei bei der großen Zahl der Bilder und Filme, die auf dem Times Square geschossen werden, auch der Verdächtige zusehen.
Der Times Square an der Schnittstelle des Broadways mit der siebten Avenue in Manhattan ist das Herz des Musical- und Theaterdistrikts und damit jede Nacht das Ziel Zehntausender New Yorker und Touristen. Der Vorfall spielte sich in einer warmen Samstagnacht ab, wo besonders viele Menschen auf dem Platz erwartet werden konnten.
Jedes Jahr feiern auf dem Times Square Hunderttausende Silvester. Kurz vor dem letzten Jahreswechsel hatte die Polizei schon einmal ein verdächtiges Auto auf dem Platz gefunden. Der Verdacht stellte sich aber als unbegründet heraus.  

dpa und Veröffentlichung unter anderem im Tagesspiegel
Die Infos stimmen auch weitgehend mit Veröffentlichung in der NY-Times überein. 

Auf einem belebten öffentlichen Platz, wurde somit am Wochenende eine potentielle Autobombe gefunden. Interessant wird es sein, wie nun dieses Ereignis medial ausgeschlachtet wird. Dient es dazu neue Gesetzesentwürfe voran zu bringen? Dient es dazu wichtige Themen, wie Bankenpleiten, Unruhen auf den Finanzmärkten wie die Gewerbeimmobilienblase oder die Schwierigkeiten des Euro, anstehende Unruhen in Griechenland, die gewaltige Finanzpflaster die den Euro stabilisieren sollen, zunehmende Arbeitslosigkeit egal ob in den USA, im südlichen Europa und auch in Deutschland in den Hintergrund treten zu lassen?

Auch herausstechend sind meiner Meinung nach das Anregen der Bevölkerung sich gegenseitig zu überwachen und jeden möglichen Hinweis sofort an Behörden zu melden. Wird das gegenseitige Misstrauen und das selbstverständliche Melden bei Behörden nicht irgendwann zur Gewohnheit die an stasihafte Züge erinnert?


Bleibt kritisch und beobachtet was sie uns als nächstes andrehen wollen! Ich habe einige Wörter und Begriffe aus den Mainstreamartikeln hervorgehoben, die meiner Meinung nach eine gewisse unterbewusste Manipulation beim Medienkonsumenten erzeugen können.

Nachtrag zu zeitlichen Ablauf:

Kelly sagte, dass der Wagen um 18.28 Uhr (Ortszeit New York) von einer Überwachungskamera gefilmt wurde.

Der New Yorker Bürgermeister trat um 2:15 am Morgen (New Yorker Ortszeit) in einer Pressekonferenz vor die Kameras (NY Times)

Reuters berichteteam Sonntag, 2. Mai 2010, 13:24 Uhr Anschlag am New Yorker Times Square gescheitert

1 Kommentar:

blechtrommler hat gesagt…

Ich will auch mal spekulieren:
Tea-Party wars - wird es heißen; wie ich so abartig denken kann? Weil "vor 1er Bank"...
Mal sehen!
Guter blog - will ich bei d. Gel. mal sagen!