Freitag, 23. April 2010

Das Milliardenspiel - Die kriminellen Systeme der Finanzwirtschaft (Frontal21)

Die Frontal21-Dokumentation "Das Milliardenspiel - Wer hat unser Geld verzockt?"
von Reinhard Laska und Christian Rohde geht der Frage nach, warum die internationale Finanzkrise gerade Deutschland mit solcher Wucht trifft. Die Autoren zeigen, wie die Politik den Weg geebnet hat für hochriskante Spekulationsgeschäfte deutscher Banken. Insider aus der Banken- und Investmentbranche erklären die verhängnisvolle Rolle der Landesbanken und der halbstaatlichen IKB, die zusammen dreistellige Milliardenbeträge in hochspekulative Papiere investiert und viel Geld verloren haben - zu Lasten der Steuerzahler.

Der amerikanische Häusermarkt war mehr als zehn Jahre einer der profitabelsten Kreditmärkte der Welt. Auch deutsche Banken wollen mitverdienen: rund 300 Milliarden investieren sie ins Milliardenspiel. Doch sie haben sich verzockt - das angeblich risikolose Geschäft bescherte deutschen Banken bisher rund 60 Milliarden Verluste. Das Frontal21-Modul zeigt die Spielidee der Investmentbanker und die Mitspieler, erklärt den Crash und führt vor, dass die nächste Runde im Spiel schon begonnen hat.


Des Weiteren zeigt die Doku auch Perspektiven von Insidern, wie der Investmentbankerin Anne T. Im Wertepapierhandel des amerikanischen Häusermarktes herrschte förmlich eine Goldgräberstimmung und den Mitarbeitern, die die Finanzanlagen vertrieben, winkten gewaltige Boni. Wer zu kritisch war oder dem ganzen misstraute konnte gehen. Doch den Mitarbeitern waren die weitreichenden Konsequenzen für das gesamte Finanzsystem nicht bewusst.

Die euphorische Stimmung kippte bereits im Jahre 2005, als die Zinsen der Häuserkredite stiegen und durch unverantwortliche Kreditvergabe jene nicht mehr bedient werden konnten. Die Folge waren Zwangsversteigerungen und die Immobilienpreise stürzten rasant ab. Dies betraf den kompletten Weltfinanzmarkt, da dieser durch sogenannte CDO-Pakete, zusammengeschnürte Kreditpakete aus dem Immobilienmarkt, viel Geld auf den über 10 Jahren gut laufenden amerikanischen Immobilienmarkt investierten.

Das Unglaubliche, niemand wusste so recht was in diesen CDO-Paketen steckte, aber es wurden unglaubliche Summen darin investiert. Man könnte diese Pakete beispielsweise mit Körben voller Äpfel vergleichen. Oben drauf lagen herrliche, wohlriechende, saftige und gutschmeckende Äpfel, doch was darunter lag, wußte niemand so recht. Hier konnten sich auch gut bereits verfaulte, angeschlagene oder madige Äpfel versteckt haben.

Dennoch hat man diese Körbe tonnenweise deutschen Bankkunden angedreht, die den Anlageberatern vertrauten und ebenso der deutschen Bankenaufsicht, die im Zuge von zahlreichen Verdachtsmomenten, wie das Parken von Geldern außerhalb des Zugriffs jener Behörden, um die Bilanzen zu beschönigen, hätten stutzig werden müssen.

Das unglaubliche, als die deutschen Banken sich dessen bewusst wurden und sich ihren unglaublichen Einbußen eingestehen mussten, holte man sich das Geld, mit Unterstützung der Regierung, dem fälschen von Bilanzregeln und wohl weiteren mafiaähnlichen Mitteln zurück, vom deutschen Steuerzahler zurück. Auch die breite Medienlandschaft trug diesen Betrug am deutschen Steuerzahler mit. Und das Unfassbare, die nächste Kreditblase kommt mit Sicherheit, denn die eigentlichen Ursachen und deren Beseitigung wurden nicht im Geringsten angegangen.


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