Samstag, 17. April 2010

Arbeiten um jeden Preis... nichts ist mehr normal!

Die Politik hat die Leih- bzw.Zeitarbeit in den vergangenen Jahren gefördert, um den Arbeitsmarkt flexibel zu halten.

Leiharbeiter können schneller eingestellt werden und wieder gekündigt werden. Seit 1995 hat sich ihre zahl vervierfacht. Immer mehr von ihnen sind Facharbeiter und müssen sich damit abfinden als Mensch der zweiten Klasse abgestempelt zu werden und jeden Job annehmen. Dazu werden noch Statistiken geschönt damit diese Wahnsinnsmethode nicht so schnell ans Licht kommt. Der Bürger fühlt sich betrogen, ist aber nicht in der Lage gegen diese Missere vorzugehen, weil ihm einfach die Stimme genommen wurde.


 

Sklavenarbeit Zeitarbeit 

Ein Bericht von Frontal21 zum Thema “Leiharbeit und Zeitarbeit = Sklavenarbeit?”

 

Leiharbeit ist unsere Zukunft

Freihandel ist die Losung für die Erpressbarkeit der Politik durch die Wirtschaft. Wir träumen davon, dass nach der Krise ein zweites deutsches Wirtschaftswunder einsetzt. Die Grundvoraussetzungen für unser erstes Wirtschaftswunder aber waren Einfuhrzölle, die es erst ermöglichten und Deutschland dadurch nicht von der Industrie erpresst werden konnte.

Mit Agenda 2010 und der EU haben sich die Grundvoraussetzungen drastisch geändert. Die Industrie ist damit klar im Vorteil und kein Steuerprogramm kann jemals den ausgleichenden Defizit wieder auffüllen. Deutschland ist in der Globalisierung mit voller Wucht angekommen. Die Gesellschaft wird umgestaltet und Arbeitskraft zum veräußerbaren Handelsgut.

All das hat die Politik erst ermöglicht und versucht jetzt augenscheinlich dagegen zu steuern, ist aber nicht fähig, falsche Vereinbarungen einfach zurück zu nehmen.

Die neue Weltordnung hat schon längst begonnen, mit kleinen Schritten kam sie in unser Leben geschlichen und wir stehen mit großen, staunenden Augen da und verstehen nicht was mit uns passiert.

Wir sind den eigenen Gesetzen ausgeliefert, die uns unserer Freiheit berauben und lassen und von den Medien auch noch davon überzeugen, dass dieses Raubritterrum richtig ist.


Made in Germany | Leiharbeiter ohne Aufträge keine Arbeit

Sie sind die ersten, die es in der Krise trifft, denn sie sind das beweglichste Element in der Beschäftigungskette: die Leiharbeiter. Vor allem die deutsche Industrie hat die Zeitarbeit für sich entdeckt.

Rund 700 000 Zeitarbeiter gibt es zur Zeit in Deutschland noch. Denn in Zeiten der Krise sind sie die ersten, die ihren Job verlieren. Dabei ist für viele die Zeitarbeit der Weg aus der Arbeitslosigkeit. Drei Viertel der Zeitarbeiter waren vorher ohne Job. Die Auswirkungen der Finanzkrise bringen jetzt immer mehr Zeitarbeitsfirmen in Bedrängnis. Dekra-Arbeit ist eine der rund 21 000 Firmen in Deutschland, die Zeitarbeiter in die verschiedensten Branchen vermittelt. Im Niederlassungsgebiet Trier hat das Unternehmen Mitarbeiter an das Logistikunternehmen Bickel Logistics "verliehen". Auch hier wird es in Zukunft weniger zu tun geben für die Zeitarbeiter. Wie ist die Stimmung bei den Zeitarbeitern? Was erwarten die Zeitarbeitsfirmen? Eine Reportage von Mabel Gundlach aus Trier und Stuttgart.


Lohnsklaven in Deutschland - Das Geschäft mit Leiharbeitern

Zehn Stunden war Ulrike Schwedka heute unterwegs, hat am Fließband Fisch verpackt. "Da ist der Kopf leer", sagt sie, "und die Beine tun weh". Am Abend bringt die alleinerziehende Mutter 34 Euro und 82 Cent nach Hause, so viel bleibt ihr nach allen Abzügen von der Tageseinnahme übrig. Leiharbeiter wie Ulrike Schwedka schuften für Niedriglöhne und müssen ständig verfügbar sein. Wer nicht mitzieht, fliegt raus. Mehr als 4.000 Zeitarbeitsfirmen gibt es in Deutschland. Doch die Branche lässt sich nur ungern in die Karten schauen. Fast ein halbes Jahr lang haben die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler recherchiert, haben bei mehreren Dutzend Firmen in ganz Norddeutschland angefragt. In Bremerhaven hatten sie schließlich Erfolg, durften drei Monate lang bei einer Zeitarbeitsfirma drehen. Der Chef Rainer Wilmann behandelt seine Angestellten fair, sagt er, und zahlt nach Tarif, von der Gewerkschaft ausgehandelt. Er sei es leid, dass niemand einen Unterschied mache zwischen den Bösen und den Guten in der Branche. "Wir haben hier häufig Bewerber von anderen Firmen", erzählt Wilmann, "die richtig betrogen worden sind." Da wurden Zuschläge nicht ausbezahlt, Arbeitsstunden unterschlagen, Kündigungsfristen nicht eingehalten. Doch kaum ein Leiharbeiter wehrt sich. Nach Schätzungen geht nur jeder Zehnte vor Gericht. Die Reportage zeichnet das erschütternde Bild einer Branche, die noch im vergangenen Jahr als Wundermittel gegen Arbeitslosigkeit galt und heute in einem gnadenlosen Preiskampf versinkt. "Zeitarbeit ist ein hartes Geschäft, erst Recht in der Krise", meint Rainer Wilmann. "Ein Hauen und Stechen, das auf dem Rücken von Menschen ausgetragen wird."


Sozialstaat - die da unten - Report Mainz - 01.03.10

Sozialstaat - die da oben - Report Mainz - 01.03.10 

Weitere Informationen:
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Kraboom!!: Union will nach der Bundestagswahl Zwangsarbeitsdienst gesetzlich einführen Artikel als PDF
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Heuern und Feuern in der Zeitarbeits-Branche
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