Donnerstag, 10. Dezember 2009

Krisennews - Griechenland & Euroimplosion

Aus der YouTube Kanalbeschreibung:

Dr. Jörn Berninger ist einer der wenigen Krisenmanager, die zum Thema der Finanzkrise frühzeitig Stellung genommen und auch informiert haben.

Seit 2005 analysiert und prognostiziert er die Ereignisse der Krise.

Mit dem Eintreffen seiner zeitlich terminierten Vorhersagen stieg die Zahl der Menschen, die bei Ihm Beratung suchten rapide an.

Das Ziel seiner Videos in Youtube ist es zum einem, die Hintergründe der Krise den "Informations - Suchenden" näher zu bringen. Zum anderen aber auch eine Plattform zur Diskussion und zum Meinungsaustausch zu bieten.

Ich verfolge die Berichterstattung Herrn Berningers schon seid einiger Zeit und kann dem nur zustimmen. Er besitzt kompetentes Fachwissen, aber besitzt ebenso die Fähigkeit uns die wirtschaftliche Lage möglichst bildlich zu beschreiben. Er ist keiner der typischen Analysten die einen die Fachwörter nur so um die Ohren knallen und die alles eher komplizierter erscheinen lassen.
Ich kann mich noch gut an die Zeit zwischen April und Mai erinnern. Hier hatte Herr Berninger schwere Schocks in unserem Finanzsystem vorhergesagt, da einige Banken immense Schulden angehäuft hatten. Herr Berningers Analyse war exzellent, es trat alles so ein wie er es voraussagte (Probleme mit Kreditkartenblase, Bondmärkte ...), außer eben eine größere Bankenpleite, die vermutlich enorme Folgen für die Realwirtschaft gehabt hätte, da nach einer großen Bankenpleite wohl viele kleinere Institute gefolgt wären.
Doch Herr Berninger rechnete nicht mit der Korruption unseres Staates. Hier nach zu Lesen: Deutschland verliert den Status als Rechtsstaat


Unter anderem aus diesen Artikel:

Laut Plusminus hätte die Hypo Real Estate (HRE) eigentlich von der Bafin geschlossen, also ein Moratorium über die Bank verhängt werden müssen. Trotz besserem Wissens findet hier eine Unterlassung des Regulierers und somit des Staates statt. Dies scheint aber bei den Banken schon fast an der Tagesordnung. Man mogelt Bilanzregeln zurecht und versucht den Schein aufrecht zu erhalten, doch wie lange mag das gehen und zu welchem Preis? [...]
[...] Deutschland ist somit selbst in die illegale Grauzone abgerutscht, um das Finanzsystem zu retten. Man setzt Regeln aus, die zum Schutz der Kunden und der Demokratie aufgestellt wurden. Das wäre nicht so schlimm, wenn man beispielsweise USA, Italien oder Rußland heißt, aber es ist schlimm für ein Land, welches immer wieder ein Maß für Rechtssicherheit war. [...]

[...] Wie der Kampf auch weitergeht, in Krisensituationen setzt der Staat immer wieder einmal die Rechte der Bürger aus und geht über das hinaus, was wir in der Vergangenheit als normal und rechtens annahmen. [...]

Zum Videoinhalt:

Implosion Phase 1 des Euros mit Griechenland 

Die Auswirkungen werden in den ersten Monaten in Griechenland gar nicht so dramatisch sein,
sondern sie werden die Banken und Versicherungsbranche treffen und weltweit wesentlich größere Auswirkungen haben, als in Griechenland. Der Euro wird sukzessive unter Druck geraten und Griechenland ist da nur ein kleiner Stein. Bis die Krise die Menschen in Griechenland erreicht, wird noch einige Zeit vergehen. Die Probleme Griechenlands waren absehbar. Die Vertreter der Eurozone, Herr Juncker und weitere, haben bereits angekündigt Griechenland dennoch zu helfen, obwohl es eine "No bail out"-Klausel gibt. Nach EU-Vorschrift ist diese Hilfestellung nicht legitim, aber auch die Euro-Stabilitätskriterien sind ja trotz der Verträge aufgeweicht worden, was letztendlich erst den Dammbruch im Euroraum ermöglichte.

Momentan sieht man die Ausweitung der Geldmenge durch Defizite der Staaten? Jetzt kommt Griechenland und meldet sich als zahlungsunfähig. Die Kreditverträge müssen neu ausgehandelt werden. Die Bank ist sicher nicht über die Zahlungsunfähigkeit erfreut, aber oftmals ergeben erneute Verhandlungen einen Zahlungsaufschub zu höheren Zinssätzen. Doch die Bank hat im momentanen Quartal einen Verlust zu verzeichnen. Dadurch haben wir momentan das Problem das viele Banken, welche die Kreditausfallversicherung vergeben haben, hohe Verluste haben werden, das gilt sowohl für Griechenland, als auch für Dubai. Weitere Folgen sind höhere Kreditkosten für Griechenland und die vergebenen Kredite der Banken, welche auch Investoren halten sind somit so gut wie wertlos.

Der Fall Dubai zeigt den Investoren, dass der Staat nicht für alle Firmen die Zeche zahlt. Das hat wiederum große Auswirkungen auf die Banken und Versicherer, welche eine Kreditausfallsicherung vergeben haben, denn diese wird erst in der Bilanz fällig, bis sie bezahlt werden müssen. Welche Risiken hier schlummern und um welche Summen es hier wirklich geht, lässt sich nur erahnen. Die 4,4 Milliarden, welche Dubai World den Rest der Welt schuldet, könnten noch wesentlich übertroffen werden. Das wird in den nächsten Wochen und Monaten die Bankenwirtschaft in eine neue Krise stürzen.

Dann geht Herr Berninger noch einmal kurz auf England ein und erwähnt die Banken HBS uns HSBC. Das englische Kreditsystem ist mehr als erschöpft und wenn diese beiden Banken auch noch durch neue Staatsverschuldung von England gerettet werden müssen, kündigt Herr Berninger den Niedergang des Pfund an. Danach vermutlich der Euro und dann der Dollar. Soweit seine Einschätzung nach momentaner Lage.

Weiterhin geht er noch mal auf die Eurozone ein. Griechenland muss aus dem Euro raus. Griechenland kann sich mit den Unruhen die es momentan hat, nicht noch ein weiteres Ansteigen der Arbeitslosigkeit erlauben. Dazu benötigt man mehr Flexibilität in der monetären Politik.

Interssant fand ich auch die Erwähnung, dass Frankreich und Deutschland als einzige Länder aus den Euro herausgehen könnten, ohne Schaden zu nehmen. Das Problem ist, dass die gemeinsame Währungszone die Haushaltspolitik der EU-Länder zu sehr einschränkt.



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